28.09.2009, 08:13
Liebe Physikfreunde,
ich habe diese Thema neu eröffnet, um den Weg von der Schrödingergleichung zur Diracgleichung und von der Diracgleichung mit elektromagnetischer Wechselwirkung wieder zur Schrödingergleichung zu skizzieren, quasi einmal hin und zurück. Ich möchte hierbei historisch vorgehen, um die Probleme aufzuzeigen, welche die Diracgleichung notwendig gemacht haben. Der Beitrag wird natürlich nicht mit seinem ersten Posting vollständig sein, sondern mit der Zeit wachsen (wenn ich ein paar Millisekunden erübrigen kann neben meinem Broterwerb). Deshalb schaut einfach von Zeit zu Zeit hier rein, das erste Posting (also dieses) zu dem Thema wird wachsen und hoffentlich ein paar Früchte der Erkenntnis tragen.
0. Zunächst ein paar Definitionen:
Lichtgeschwindigkeit:

Plancksches Wirkungsquantum:

Elektronenruhemasse:
m
Elektrische Ladung:
e
Energie:
E
Impulsvektor:
)
Zeit:
t
Ortsvektor:
)
Kontravariante Raum-Zeitkoordinaten (Viererschreibweise):
 = (c \cdot t, x, y, z) \equiv (t, x, y, z))
Kontravarianter Viererimpuls:
 = (\frac {E} {c}, p_x, p_y, p_z) \equiv (E, p_x, p_y, p_z) = (E,\vec{p}))
Kovarianter und Kontravarianter Metriktensor für Lorentz-Metrik:

Gradient
)
Kovarianter Vierer-Gradient
}, \frac {\partial} {\partial x},\frac {\partial} {\partial y},\frac {\partial} {\partial z}) \equiv (\frac {\partial} {\partial t}, \frac {\partial} {\partial x},\frac {\partial} {\partial y},\frac {\partial} {\partial z}))
Laplace-Operator

Quabla-Operator
}^2} - \frac {\partial^2} {{\partial x}^2} - \frac {\partial^2} {{\partial y}^2} - \frac {\partial^2} {{\partial z}^2} \equiv \frac {\partial^2} {{\partial t}^2} - \frac {\partial^2} {{\partial x}^2} - \frac {\partial^2} {{\partial y}^2} - \frac {\partial^2} {{\partial z}^2} = \frac {\partial^2} {{\partial t}^2} -\triangle)
Bekomme das Quadrat/Box nicht ohne das Gekritzel im Zentrum hin 
Elektromagnetisches Viererpotential (kontravariant)
 = (V, A_x, A_y, A_z) = (V,\vec{A}))
Elektromagnetischer Feldstärketensor

Homogene Maxwellgleichungen

Coulombpotential
V
Magnetfeld

Es wird einen verwundern, dass ich die Lichtgeschwindigkeit und das Plancksche Wirkungsquantum 1 gesetzt habe. Das ist in der Quantentheorie gängige (Faulheits)Praxis, da es sehr mühsam ist in den Gleichungen etliche Konstanten mitzuschleppen. Am Ende einer Rechnung fügt man dann einfach soviele c's und h's wieder hinzu, dass es mit den Einheiten passt. Weiterhin wird nach der Einsteinschen Summenkonvention über gleiche oben- und untenstehende Indizes aufsummiert (von 0-3).
1. Quantisierung
Es gibt viele Wege, die von der klassischen Mechanik zur Quantenmechanik führen. Ich werde es kurz machen. Die klassischen Variablen wie Energie und Impuls werden einfach durch Differentialoperatoren ersetzt und man lässt das ganze auf eine Wellenfunktion wirken. Zunächst zu den Operatoren (mit einem Dach oben drauf, damit man den Unterschied zu den klassischen Variablen erkennt):
Energieoperator
}} \equiv i \cdot \frac {\partial} {{\partial t}})
Impulsoperator
 = -i \cdot \hbar \cdot (\frac {\partial} {\partial x},\frac {\partial} {\partial y},\frac {\partial} {\partial z}) = -i \cdot \hbar \cdot \vec{\nabla} \equiv -i \cdot \vec{\nabla})
oder kurz und knapp der kovariante Viererimpulsoperator
)
bzw. der kontravariante Viererimpulsoperator
)
2. Schrödingergleichung
Betrachten wir nun die Energie für ein Teilchen (Elektron) im Coulombpotential:

Wir erstezen das durch unsere Operatoren

(streng genommen müsste man noch ein dach auf das Coulombpotential machen) oder als Differentialgleichung:
 = [-\frac {1} {2m} {\vec{\nabla}}^2 + V(\vec {r}, t)]\Psi(\vec {r}, t))
oder
 = [-\frac {1} {2m} \triangle + V(\vec {r}, t)]\Psi(\vec {r}, t))
oder ausnahmsweise einmal mit der Planckkonstanten
 = [-\frac {\hbar^2} {2m} \triangle + V(\vec {r}, t)]\Psi(\vec {r}, t))
Kommen wir nun zu einem sehr wichtigen Punkt, der Interpretation der Wellenfunktion. Hierzu gehen wir von:
2.1
und bilden das konjugiert komplexe der Gleichung
2.2
Wir multiplizieren 2.1 mit der konjugiert komplexen Wellenfunktion und 2.2 mit der Wellenfunktion selbst gegen, dann folgt
2.3
2.4
Wir addieren 2.3 und 2.4 und erhalten
 + \frac {i} {2m} [ \Psi \vec{\nabla}^2 \Psi^* - \Psi^* \vec{\nabla}^2 \Psi] = 0)
oder
 + \frac {i} {2m} \vec{\nabla} \cdot [ \Psi \vec{\nabla} \Psi^* - \Psi^* \vec{\nabla} \Psi] = 0)
Dies ist eine Kontinuitätsgleichung. Man kann nun

als Aufenthalts-Wahrscheinlichkeitsdichte des Elektrons definieren, da der Wert immer größer oder gleich 0 ist. Damit erhält man die sehr wichtige Normierungsbedingung

also die Wahrscheinlichkeit, das Elektron irgendwo im Raum anzutreffen, ist 1. Es wird dabei über das gesamte Raumvolumen V integriert (bitte nicht mit dem Coulombpotential verwechseln). Diese Wahrschenlichkeitsinterpretation soll auch für eine relativistische quantenmechanische Gleichung aufrecht erhalten werden. Im nächsten Kapitel wird sich zeigen, zu welchen Problemen dies führt.
3. Klein-Gordon-Gleichung
Da man ja nicht nur Quantenmechanik mit kleinen Geschwindigkeiten (<< c) betreiben wollte, war man auf der Suche nach einer relativistischen Gleichung, deren Struktur auch eine Wahrscheinlichkeitsinterpretation zulässt. Der einfachste Ansatz war, Einsteins Energie-Impuls-Beziehung heranzuziehen:

(Die lichtgeschwindigkeit wurde wieder 1 gesetzt). Wir quantisieren wie oben geschrieben und erhalten die relativistische Quantengleichung:

oder kurz
3.1
Wir basteln uns wieder eine Kontinuitätsgleichung, in dem wir zunächst das konjugiert komplexe bilden:
3.2
3.1 bekommt die konjugiert komplexe Wellenfunktion und 3.2 die Wellenfunktion pur gegenmultipliziert.
3.3
3.4
Wir subtrahieren die letzten beiden Gleichungen voneinander:

oder

oder

Wir definieren die Viererstromdichte und wählen einen Vorfaktor, so dass sich die Dimension einer Wahrscheinlichkeitsdichte ergeben würde (das 1/2 ist Konvention):
)
Wir betrachten die Zeitkomponente, um wieder eine wahrscheinlichkeitsinterpretation zu versuchen:
)
und müssen leider feststellen, dass
sowohl positiv als auch negativ sein kann. Damit ist eine Wahrscheinlichkeitsdichten-Interpretation nicht möglich. Dies liegt daran, dass die Klein-Gordon-Gleichung von zweiter Ordung in der Zeitaleitung ist und für eine vollständige Lösung sowohl die Wellenfunktion als auch ihre erste Zeitableitung zu einem gegeenen Zeitpunkt bekannt sein müssen. Was aber gelingt, ist eine Ladungsdichteninterpretation, hierzu machen wir einen einfachen Ansatz:
3a)
3b)
3c))
3a), 3b) und 3c) sind Lösungen der Klein-Gordon-Gleichung. Setzen wir das in
ein, erhalten wir:
4a)
4b)
4c)
Interpretieren wir
als Ladungsdichte (wir setzen die Ladung e einfach 1, um keine Schwierigkeiten mit den Einheiten zu bekommen), erhalten wir alle Ladungszustände, +1, -1 und 0, je nachdem, ob wir ein geladenes Teilchen, geladenes Antiteilchen oder ein neutrales Teilchen vorliegen haben. Die Klein-Gordon-Gleichung hat in der Tat ihre Berechtigung als Spin-0-Teilchen-Gleichung. Wir denken z.B. an die Pionen:
und
.
4. Dirac-Gleichung
Ziel wird es sein, eine Quanten-Gleichung (Differentialgleichung) zu finden, die linear in der Zeitableitung ist, damit eine positiv definite Wahrschenlichkeitsdichte als Interpretation möglich ist. Betrachten wir nochmals die relativistische Energie-Impulsbeziehung:

zieht man die Wurzel, erhält man:

Würde man nun Operatoren einführen, hätte man eine Gleichung, die linear in der Zeitableitung ist. Allerdings stört die Wurzel. Wir machen daher folgenden linearen Ansatz:
4.1 \Psi = 0)
Hierbei handelt es sich um die Dirac-Gleichung. Es ist schon jetzt klar, dass die
keine einfachen Zahlen sein können, sondern Matrizen sein müssen. Der Ansatz muss folgende Bedingungen erfüllen:
1. Die
müssen hermitische Matritzen sein, damit sich reelle Eigenwerte ergeben können.
2. Durch "Quadratur" muss sich die Klein-Gordon-Gleichung ergeben.
Wir multiplizieren dazu
)
von links gegen unseren Ansatz und erhalten:
(i \cdot \gamma^{\mu} \nabla_{\mu} - m) \Psi = 0)
oder
 \Psi = 0)
oder wegen der Symmetrie (Vertauschbarkeit der Ableitungen) auch
 \nabla_{\mu} \nabla_{\nu} + m^2) \Psi = 0)
Damit wir wieder auf die Klein-Gordon-Gleichung kommen können (3.1), muss gelten:
 = g^{\mu \nu})
Eine mögliche Darstellung für diese Antikommutatorbeziehung sind die Diracmatritzen:




Wenn die Diracmatritzen 4 X 4 Matrizen sind, muss die Wellenfunktion
eine 4-Komponenten-Wellenfunktion sein (Spinor). Wie gehabt kann man nun eine Viererstromdichte mit positiv definierter Wahrscheinlichkeitsdichte konstruieren. Wir multiplizieren zunächst
von links gegen die Diracgleichung 4.1 und erhalten:
4.2 \Psi = 0)
Wir bilden das (hermitisch)-konjugiert-komplexe und erhalten
4.3 \Psi^* = 0)
Als nächstes wird 4.2 von links mit
und 4.3 von rechts mit
und bekommen die bedien Gleichungen
4.4 \Psi = 0)
und
4.5 \Psi^* \Psi= 0)
4.4 - 4.5 ergibt endlich
 + \vec {\nabla} \cdot (\Psi^* \gamma^0 \vec {\gamma} \Psi) = 0)
Damit haben wir wieder die positiv definite Wahrscheinlichkeitsdichte

5. Dirac-Geichung mit elektromagnetischer Wechselwirkung - Eichinvarianz
Die eben gewonnene Wahrscheinlichkeitsdichte ist invariant unter Phasentransformationen:
})
denn
} \cdot \Psi \cdot e^{i \cdot e \cdot \alpha(\vec {r},t)} = \Psi^*\Psi)
Wir wollen nun fordern, dass auch die Dirac-Geichung invariant unter Phasentransformationen ist. Ist
nur eine Zahl, ist die Dirac-Gleichung leicht erkennbar invariant unter diesen spezielle globalen Phasentransformationen. Wir wollen aber mehr, nämlich, dass dei Dirac-Gleichung invariant unter lokalen Eichtransformationen ist (also wenn die Phase explizit abhängig von den Raum-Zeit-Koordinaten ist , wie oben beschrieben, also
). Wir setzen hierzu
})
in die Diracgleichung
 \Psi = 0)
ein und erhalten
 - m) \Psi^' = 0)
Es stört irgendwie der Ableitunsterm nach der Phase
. Wir führen deshalb die kovariante Ableitung ein (Achtung, hat nichts mit der kovarianten Ableitungen in der Allgemeinen Relativitätstheorie zu tun):

und versuchen es mit der Diracgleichung und der kovarianten Ableitung noch einmal:
 \Psi = (\gamma^{\mu} (i \cdot \ \nabla_{\mu} - e \cdot A_{\mu}) - m) \Psi = (\gamma^{\mu} (i \cdot \nabla_{\mu} - e \cdot A_{\mu} + e \cdot \frac {\partial \alpha} {\partial x^{\mu}}) - m) \Psi = 0)
Wir definieren dass gestrichene (transformierte) Viererpotential

Damit erhalten wir die komplett gestrichene (transformierte) Dirac-Gleichung
 - m) \Psi^' = 0)
Damit hätten wir (fast) gewonnen, denn die gestrichenen (transformierten) Größen (Wellenfunktion und Viererpotential) erfüllen dieselbe Diracgleichung wie die ungestrichenen. Wir müssen nur noch zeigen, dass die Bewegungsgleichungen für das elektromagnetische Viererpotential, also die Maxwellgleichungen

invariant unter den Transformationen

sind. Hierzu reicht es zu zeigen, dass der Feldstärketensor:

invariant ist. Wir setzen ein:
 - \nabla_{\nu} ({A_{\mu}}^' + \frac {\partial \alpha} {\partial x^{\mu}}) = \nabla_{\mu} {A_{\nu}}^' + \frac {\partial^2 \alpha} {\partial x^{\nu} \partial x^{\mu}} - \nabla_{\nu} {A_{\mu}}^' - \frac {\partial^2 \alpha} {\partial x^{\mu} \partial x^{\nu}} = \nabla_{\mu} {A_{\nu}}^' - \nabla_{\nu} {A_{\mu}}^' = {F_{\mu \nu}}^')
Damit ist alles gezeigt. Sowohl die Dirac-Gleichung als auch die Maxwell-Gleichungen sind invariant unter den Transformationen. Die Forderung nach lokaler Eichinvarianz verlangt also die Einführung einer Wechselwirkung (im Falle der U(1)-Transformationen die elektromagnetische Wechselwirkung).
Bevor wir zur nichtrelativistischen Näherung der Dirac-Gleichung mit elektromagnetischer Wechselwirkung kommen, die in die Schrödinger-Gleichung mündet, noch kurz ein Verfahren, wie man sehr einfach zu Feldstärketensoren gelangen kann und zwar nicht nur für die elektromagnetische Wechselwirkung sondern für alle (Elektroschwache, Starke und Gravitation).
Siehe hierzu auch:
http://www.einsteins-erben.de/erben2.php?men=erb
Mit Hilfe des Kommutators kommt man schnell zum gewünschten Ergebnis:
 = i \cdot e (\nabla_{\mu} A_{\nu} - \nabla_{\nu} A_{\mu}) = i \cdot e \cdot F_{\mu \nu})
6. Zurück zu Schrödinger
Wir wollen nun den Weg zurück zur Schrödinger-Gleichung gehen. Wir gehen hierbei von der Dirac-Gleichung mit elektromagnetischer Wechselwirkung aus:
 - m) \Psi = 0)
Hierfür formen wir das ganze ein wenig um. Zunächst sortieren wir die Gleichung um und schreiben die Zeitableitung ganz nach links und multiplizieren
ebenfalls von links (wie wir es von Schrödinger kennen) und erhalten:
 + e \cdot V + \gamma^0 m) \Psi)
Zur Erinnerung, V ist das Coulumbpotential. Nun schreiben wir die Diracmatritzen um:



Wobei die Nullen in der Matrix nach dem Definitionszeichen selbst 2 X 2 Nullmatritzen sind und die
sind die 2 X 2 Paulimatritzen. Damit erhalten wir:
 + e \cdot V + \begin{pmatrix} 1 & 0 \\ 0 & -1 \end{pmatrix} m) \Psi)
Man beachte, dass die 0 und 1 in den 2 X 2 Matrizen ebenfalls 2 X 2 Matritzen sind (die 1 ist die 2 X 2 Einheitsmatrix und die 0 die 2 X 2 Nullmatrix).
Dann erseten wir den Viererspinor
durch zwei Zweierspinoren und spalten gleich die Ruhemasse ab:

Damit ergibt sich das Gleichungssystem:
\chi \\ \vec \sigma \cdot (-i \vec {\nabla} - e \cdot \vec {A}) \phi \end{pmatrix} + e \cdot V \begin{pmatrix} \phi \\ \chi \end{pmatrix} -2m \begin{pmatrix} 0 \\ \chi \end{pmatrix})
Betrachten wir zunächst den unteren teil der Gleichung und ordnen die Terme der Größe nach. Da wir den Hauptenergieteil mit der Ruhemasse abgespalten haben, sind kinetische und potentielle Energie klein gegenüber der Ruheenergie, also

und

D.h. in gröbster Näherung bleibt unten übrig:
\phi}{2 \cdot m})
Mit dem Ergebnis erhalten wir für die obere Gleichung:
6.1)^2} {2 \cdot m} \phi + e \cdot V \phi)
Das Ergebnis erinnert schon sehr stark an die Schrödinger-Gleichung. Um hier weiter kommen zu können, müssen wir ein wenig Matrixgymnastik betreiben und schauen uns die Paulimatritzen näher an. Es gilt die Relation:
 \cdot (\vec \sigma \cdot \vec B) = \vec A \cdot \vec B + i \cdot \vec \sigma \cdot (\vec A \times \vec B))
Mit anderen Worten, das Ergebnis ist das Skalarprodukt zwischen den Vektoren A und B plus i mal dem Skalarprodukt des Paulimatrizenvektors mit dem Vektorprodukt von A und B. Das kann jeder als kleine Übung mal zwischendurch rechnen. Damit verarzten wir:
)^2 = (-i \vec {\nabla} - e \cdot \vec {A})^2 + i \cdot \vec \sigma [(-i \vec {\nabla} - e \cdot \vec {A}) \times (-i \vec {\nabla} - e \cdot \vec {A}) ] = (-i \vec {\nabla} - e \cdot \vec {A})^2 - e \cdot \vec \sigma \cdot (\vec \nabla \times \vec A) = (-i \vec {\nabla} - e \cdot \vec {A})^2 -e \cdot \vec \sigma \cdot \vec B)
Hierzu zwei Anmerkungen. Die Rotation vom Vektorpotential A ergibt das magnetfeld B und, der Nabla-Operator "frisst" sich durch. Dies ist so zu verstehen, dass der gesamte Ausdruck immer noch auf eine Wellenfunktion wirkt und stets in Abhängigkeit der Position des Nablaoperators durchdifferenziert werden muss (Produktregel). Wir setzen das Ergebnis in 6.1 ein und erhalten:
6.2^2 -e \cdot \vec \sigma \cdot \vec B} {2 \cdot m} \phi + e \cdot V \phi)
Für schwache, homogene (konstante) Magnetfelder gilt:

denn
 = \frac {1}{2} \vec \nabla \times (\vec B \times \vec r) = \frac {1}{2} \begin{pmatrix} \frac {\partial}{\partial x} \\ \frac {\partial}{\partial y} \\ \frac {\partial}{\partial z} \end{pmatrix} \times \begin{pmatrix} z \cdot B_2 - y \cdot B_3 \\ x \cdot B_3 - z \cdot B_1 \\ y \cdot B_1 - x \cdot B_2 \end{pmatrix} = \frac {1}{2} \begin{pmatrix} \frac {\partial}{\partial y} (y \cdot B_1 - x \cdot B_2) - \frac {\partial}{\partial z} (x \cdot B_3 - z \cdot B_1) \\ \frac {\partial}{\partial z} (z \cdot B_2 - y \cdot B_3) - \frac {\partial}{\partial x} (y \cdot B_1 - x \cdot B_2) \\ \frac {\partial}{\partial x} (x \cdot B_3 - z \cdot B_1) - \frac {\partial}{\partial y} (z \cdot B_2 - y \cdot B_3) \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} B_1 \\ B_2 \\ B_3 \end{pmatrix} = \vec B)
Das homogene Magnetfeld setzen wir in 6.2 ein und erhalten
6.3^2 -e \cdot \vec \sigma \cdot \vec B) \phi + e \cdot V \phi)
Wir berechnen nun noch
^2 \approx -\triangle + i \cdot e \cdot (\vec B \times \vec r) \cdot \vec \nabla)
und setzen das in 6.3 ein (wir haben den quadratischen Term in B vernachlässigt, da wir nur schwache Magnetfelder betrachten):
6.4 \cdot \vec \nabla -e \cdot \vec \sigma \cdot \vec B) \phi + e \cdot V \phi)
Wir sind fast am Ziel. Wir bearbeiten zunächst:
 \cdot \vec \nabla = \begin{pmatrix} B_2 \cdot z - B_3 \cdot y \\ B_3 \cdot x - B_1 \cdot z \\ B_1 \cdot y - B_2 \cdot x \end{pmatrix} \cdot \vec \nabla = i \cdot ( (B_2 \cdot z - B_3 \cdot y) \frac {\partial}{\partial x} + ( B_3 \cdot x - B_1 \cdot z) \frac {\partial}{\partial y} + (B_1 \cdot y - B_2 \cdot x) \frac {\partial}{\partial z} ) = i \cdot ( B_1 \cdot (y \frac {\partial}{\partial z} -\cdot z \frac {\partial}{\partial y}) + B_2 \cdot (z \frac {\partial}{\partial x} -\cdot x \frac {\partial}{\partial z}) + B_3 \cdot (x \frac {\partial}{\partial y} -\cdot y \frac {\partial}{\partial x})) = - \vec B \cdot (\vec r \times (-i \vec \nabla)) = - \vec B \cdot \widehat {\vec L})
Dabei ist
der Drehimpulsoperator. Wir definieren noch den Spinoperator:

Warum macht das Sinn? Berechnen wir die Eigenzustände bezüglich der Z-Ausrichtung des Spins mit den Eigenvektoren (1,0) und (0,1):

also

und

Die beiden Zustände geben also die Ausrichtung des Elektronenspins mit +/- 1/2 in z-Richtung wieder. Damit und mit dem Bahndrehimpuls erhalten wr endlich die Schrödinger-Gleichung mit elektromagnetscher Spin-Bahn-Wechselwirkung.
 + e \cdot V) \phi)
Diese Form der Schrödingergleichung mit Spin-Bahn-Wechselwirkung für Spin-1/2-Teilchen war auch schon lange vor der Diracgleichung bekannt. Man kann nun auch so argumentieren, dass der Grenzfall ein beweis dafür ist, dass die Diraggleichung Spin-1/2-Teilchen beschreibt. Bemerkenswert ist auch der Faktor 2 (g-Faktor), der vor dem Spinoperator steht. Vor Dirac musste dieser willkürlich hinzugefügt werden, um mit dem experiment konform zu sein. Dirac liefert diesen Faktor zwanglos.
Ich haben fertig
ich habe diese Thema neu eröffnet, um den Weg von der Schrödingergleichung zur Diracgleichung und von der Diracgleichung mit elektromagnetischer Wechselwirkung wieder zur Schrödingergleichung zu skizzieren, quasi einmal hin und zurück. Ich möchte hierbei historisch vorgehen, um die Probleme aufzuzeigen, welche die Diracgleichung notwendig gemacht haben. Der Beitrag wird natürlich nicht mit seinem ersten Posting vollständig sein, sondern mit der Zeit wachsen (wenn ich ein paar Millisekunden erübrigen kann neben meinem Broterwerb). Deshalb schaut einfach von Zeit zu Zeit hier rein, das erste Posting (also dieses) zu dem Thema wird wachsen und hoffentlich ein paar Früchte der Erkenntnis tragen.

0. Zunächst ein paar Definitionen:
Lichtgeschwindigkeit:
Plancksches Wirkungsquantum:
Elektronenruhemasse:
m
Elektrische Ladung:
e
Energie:
E
Impulsvektor:
Zeit:
t
Ortsvektor:
Kontravariante Raum-Zeitkoordinaten (Viererschreibweise):
Kontravarianter Viererimpuls:
Kovarianter und Kontravarianter Metriktensor für Lorentz-Metrik:
Gradient
Kovarianter Vierer-Gradient
Laplace-Operator
Quabla-Operator
Bekomme das Quadrat/Box nicht ohne das Gekritzel im Zentrum hin 
Elektromagnetisches Viererpotential (kontravariant)
Elektromagnetischer Feldstärketensor
Homogene Maxwellgleichungen
Coulombpotential
V
Magnetfeld
Es wird einen verwundern, dass ich die Lichtgeschwindigkeit und das Plancksche Wirkungsquantum 1 gesetzt habe. Das ist in der Quantentheorie gängige (Faulheits)Praxis, da es sehr mühsam ist in den Gleichungen etliche Konstanten mitzuschleppen. Am Ende einer Rechnung fügt man dann einfach soviele c's und h's wieder hinzu, dass es mit den Einheiten passt. Weiterhin wird nach der Einsteinschen Summenkonvention über gleiche oben- und untenstehende Indizes aufsummiert (von 0-3).
1. Quantisierung
Es gibt viele Wege, die von der klassischen Mechanik zur Quantenmechanik führen. Ich werde es kurz machen. Die klassischen Variablen wie Energie und Impuls werden einfach durch Differentialoperatoren ersetzt und man lässt das ganze auf eine Wellenfunktion wirken. Zunächst zu den Operatoren (mit einem Dach oben drauf, damit man den Unterschied zu den klassischen Variablen erkennt):
Energieoperator
Impulsoperator
oder kurz und knapp der kovariante Viererimpulsoperator
bzw. der kontravariante Viererimpulsoperator
2. Schrödingergleichung
Betrachten wir nun die Energie für ein Teilchen (Elektron) im Coulombpotential:
Wir erstezen das durch unsere Operatoren
(streng genommen müsste man noch ein dach auf das Coulombpotential machen) oder als Differentialgleichung:
oder
oder ausnahmsweise einmal mit der Planckkonstanten
Kommen wir nun zu einem sehr wichtigen Punkt, der Interpretation der Wellenfunktion. Hierzu gehen wir von:
2.1
und bilden das konjugiert komplexe der Gleichung
2.2
Wir multiplizieren 2.1 mit der konjugiert komplexen Wellenfunktion und 2.2 mit der Wellenfunktion selbst gegen, dann folgt
2.3
2.4
Wir addieren 2.3 und 2.4 und erhalten
oder
Dies ist eine Kontinuitätsgleichung. Man kann nun
als Aufenthalts-Wahrscheinlichkeitsdichte des Elektrons definieren, da der Wert immer größer oder gleich 0 ist. Damit erhält man die sehr wichtige Normierungsbedingung
also die Wahrscheinlichkeit, das Elektron irgendwo im Raum anzutreffen, ist 1. Es wird dabei über das gesamte Raumvolumen V integriert (bitte nicht mit dem Coulombpotential verwechseln). Diese Wahrschenlichkeitsinterpretation soll auch für eine relativistische quantenmechanische Gleichung aufrecht erhalten werden. Im nächsten Kapitel wird sich zeigen, zu welchen Problemen dies führt.
3. Klein-Gordon-Gleichung
Da man ja nicht nur Quantenmechanik mit kleinen Geschwindigkeiten (<< c) betreiben wollte, war man auf der Suche nach einer relativistischen Gleichung, deren Struktur auch eine Wahrscheinlichkeitsinterpretation zulässt. Der einfachste Ansatz war, Einsteins Energie-Impuls-Beziehung heranzuziehen:
(Die lichtgeschwindigkeit wurde wieder 1 gesetzt). Wir quantisieren wie oben geschrieben und erhalten die relativistische Quantengleichung:
oder kurz
3.1
Wir basteln uns wieder eine Kontinuitätsgleichung, in dem wir zunächst das konjugiert komplexe bilden:
3.2
3.1 bekommt die konjugiert komplexe Wellenfunktion und 3.2 die Wellenfunktion pur gegenmultipliziert.
3.3
3.4
Wir subtrahieren die letzten beiden Gleichungen voneinander:
oder
oder
Wir definieren die Viererstromdichte und wählen einen Vorfaktor, so dass sich die Dimension einer Wahrscheinlichkeitsdichte ergeben würde (das 1/2 ist Konvention):
Wir betrachten die Zeitkomponente, um wieder eine wahrscheinlichkeitsinterpretation zu versuchen:
und müssen leider feststellen, dass
3a)
3b)
3c)
3a), 3b) und 3c) sind Lösungen der Klein-Gordon-Gleichung. Setzen wir das in
4a)
4b)
4c)
Interpretieren wir
4. Dirac-Gleichung
Ziel wird es sein, eine Quanten-Gleichung (Differentialgleichung) zu finden, die linear in der Zeitableitung ist, damit eine positiv definite Wahrschenlichkeitsdichte als Interpretation möglich ist. Betrachten wir nochmals die relativistische Energie-Impulsbeziehung:
zieht man die Wurzel, erhält man:
Würde man nun Operatoren einführen, hätte man eine Gleichung, die linear in der Zeitableitung ist. Allerdings stört die Wurzel. Wir machen daher folgenden linearen Ansatz:
4.1
Hierbei handelt es sich um die Dirac-Gleichung. Es ist schon jetzt klar, dass die
1. Die
2. Durch "Quadratur" muss sich die Klein-Gordon-Gleichung ergeben.
Wir multiplizieren dazu
von links gegen unseren Ansatz und erhalten:
oder
oder wegen der Symmetrie (Vertauschbarkeit der Ableitungen) auch
Damit wir wieder auf die Klein-Gordon-Gleichung kommen können (3.1), muss gelten:
Eine mögliche Darstellung für diese Antikommutatorbeziehung sind die Diracmatritzen:
Wenn die Diracmatritzen 4 X 4 Matrizen sind, muss die Wellenfunktion
4.2
Wir bilden das (hermitisch)-konjugiert-komplexe und erhalten
4.3
Als nächstes wird 4.2 von links mit
4.4
und
4.5
4.4 - 4.5 ergibt endlich
Damit haben wir wieder die positiv definite Wahrscheinlichkeitsdichte
5. Dirac-Geichung mit elektromagnetischer Wechselwirkung - Eichinvarianz
Die eben gewonnene Wahrscheinlichkeitsdichte ist invariant unter Phasentransformationen:
denn
Wir wollen nun fordern, dass auch die Dirac-Geichung invariant unter Phasentransformationen ist. Ist
in die Diracgleichung
ein und erhalten
Es stört irgendwie der Ableitunsterm nach der Phase
und versuchen es mit der Diracgleichung und der kovarianten Ableitung noch einmal:
Wir definieren dass gestrichene (transformierte) Viererpotential
Damit erhalten wir die komplett gestrichene (transformierte) Dirac-Gleichung
Damit hätten wir (fast) gewonnen, denn die gestrichenen (transformierten) Größen (Wellenfunktion und Viererpotential) erfüllen dieselbe Diracgleichung wie die ungestrichenen. Wir müssen nur noch zeigen, dass die Bewegungsgleichungen für das elektromagnetische Viererpotential, also die Maxwellgleichungen
invariant unter den Transformationen
sind. Hierzu reicht es zu zeigen, dass der Feldstärketensor:
invariant ist. Wir setzen ein:
Damit ist alles gezeigt. Sowohl die Dirac-Gleichung als auch die Maxwell-Gleichungen sind invariant unter den Transformationen. Die Forderung nach lokaler Eichinvarianz verlangt also die Einführung einer Wechselwirkung (im Falle der U(1)-Transformationen die elektromagnetische Wechselwirkung).
Bevor wir zur nichtrelativistischen Näherung der Dirac-Gleichung mit elektromagnetischer Wechselwirkung kommen, die in die Schrödinger-Gleichung mündet, noch kurz ein Verfahren, wie man sehr einfach zu Feldstärketensoren gelangen kann und zwar nicht nur für die elektromagnetische Wechselwirkung sondern für alle (Elektroschwache, Starke und Gravitation).
Siehe hierzu auch:
http://www.einsteins-erben.de/erben2.php?men=erb
Mit Hilfe des Kommutators kommt man schnell zum gewünschten Ergebnis:
6. Zurück zu Schrödinger
Wir wollen nun den Weg zurück zur Schrödinger-Gleichung gehen. Wir gehen hierbei von der Dirac-Gleichung mit elektromagnetischer Wechselwirkung aus:
Hierfür formen wir das ganze ein wenig um. Zunächst sortieren wir die Gleichung um und schreiben die Zeitableitung ganz nach links und multiplizieren
Zur Erinnerung, V ist das Coulumbpotential. Nun schreiben wir die Diracmatritzen um:
Wobei die Nullen in der Matrix nach dem Definitionszeichen selbst 2 X 2 Nullmatritzen sind und die
Man beachte, dass die 0 und 1 in den 2 X 2 Matrizen ebenfalls 2 X 2 Matritzen sind (die 1 ist die 2 X 2 Einheitsmatrix und die 0 die 2 X 2 Nullmatrix).
Dann erseten wir den Viererspinor
Damit ergibt sich das Gleichungssystem:
Betrachten wir zunächst den unteren teil der Gleichung und ordnen die Terme der Größe nach. Da wir den Hauptenergieteil mit der Ruhemasse abgespalten haben, sind kinetische und potentielle Energie klein gegenüber der Ruheenergie, also
und
D.h. in gröbster Näherung bleibt unten übrig:
Mit dem Ergebnis erhalten wir für die obere Gleichung:
6.1
Das Ergebnis erinnert schon sehr stark an die Schrödinger-Gleichung. Um hier weiter kommen zu können, müssen wir ein wenig Matrixgymnastik betreiben und schauen uns die Paulimatritzen näher an. Es gilt die Relation:
Mit anderen Worten, das Ergebnis ist das Skalarprodukt zwischen den Vektoren A und B plus i mal dem Skalarprodukt des Paulimatrizenvektors mit dem Vektorprodukt von A und B. Das kann jeder als kleine Übung mal zwischendurch rechnen. Damit verarzten wir:
Hierzu zwei Anmerkungen. Die Rotation vom Vektorpotential A ergibt das magnetfeld B und, der Nabla-Operator "frisst" sich durch. Dies ist so zu verstehen, dass der gesamte Ausdruck immer noch auf eine Wellenfunktion wirkt und stets in Abhängigkeit der Position des Nablaoperators durchdifferenziert werden muss (Produktregel). Wir setzen das Ergebnis in 6.1 ein und erhalten:
6.2
Für schwache, homogene (konstante) Magnetfelder gilt:
denn
Das homogene Magnetfeld setzen wir in 6.2 ein und erhalten
6.3
Wir berechnen nun noch
und setzen das in 6.3 ein (wir haben den quadratischen Term in B vernachlässigt, da wir nur schwache Magnetfelder betrachten):
6.4
Wir sind fast am Ziel. Wir bearbeiten zunächst:
Dabei ist
Warum macht das Sinn? Berechnen wir die Eigenzustände bezüglich der Z-Ausrichtung des Spins mit den Eigenvektoren (1,0) und (0,1):
also
und
Die beiden Zustände geben also die Ausrichtung des Elektronenspins mit +/- 1/2 in z-Richtung wieder. Damit und mit dem Bahndrehimpuls erhalten wr endlich die Schrödinger-Gleichung mit elektromagnetscher Spin-Bahn-Wechselwirkung.
Diese Form der Schrödingergleichung mit Spin-Bahn-Wechselwirkung für Spin-1/2-Teilchen war auch schon lange vor der Diracgleichung bekannt. Man kann nun auch so argumentieren, dass der Grenzfall ein beweis dafür ist, dass die Diraggleichung Spin-1/2-Teilchen beschreibt. Bemerkenswert ist auch der Faktor 2 (g-Faktor), der vor dem Spinoperator steht. Vor Dirac musste dieser willkürlich hinzugefügt werden, um mit dem experiment konform zu sein. Dirac liefert diesen Faktor zwanglos.
Ich haben fertig

